Geschichte

Luzern ’99

In den 1990er-Jahren wurden die Aufgaben in den Gemeinden immer zahlreicher und komplexer. Ob Schul- oder Sozialarbeit, Umweltfragen oder öffentlicher Verkehr: die Anforderungen sind gestiegen. Immer stärker gewachsen sind auch die Ansprüche der Bürgerinnen und Bürger an die Dienstleistungen einer Verwaltung. Zusätzlich stagnierten die Steuereinnahmen, sparsames Haushalten war angesagt, was den Druck auf die Gemeinden noch einmal erhöhte.

Auch der Kanton spürte einen wirtschaftlich raueren Wind. Die Ausgaben und Steuern wuchsen an, die Einnahmen indessen blieben aus. Aus dieser Not hat die Luzerner Regierung 1997 eine Tugend gemacht und hat mit Luzern ’99 die Flucht nach vorne angetreten. Mit dem sogenannten Paukenschlag hat die Regierung damals Hoffnung ausgelöst, aber auch Angst. Zumindest anfänglich waren die vielen kritischen Stimmen unüberhörbar.

Luzern ’99 umfasste die Verwaltungs- und Behördenreform, die Privatisierung und Teilprivatisierung und die Gemeindereform - total 26 Projekte. Es gab kaum einen Bereich, der von der Reorganisation ausgeschlossen war: Gymnasien und Hochschulen, Spitäler und Heime, Zivilschutz, Landwirtschaft, um nur ein paar wenige zu nennen. Vielleicht das wichtigste, sicher aber das grösste Projekt war die Gemeindereform.

22 Projekte waren nach drei Jahren umgesetzt; zwei einige Zeit später. Ende 1999 wurde Luzern ’99 abgeschlossen. Das Projekt Gemeindereform lief weiter. Bei Abschluss von Luzern ’99 lag der Planungsbericht vor, das Reformprojekt trat in die Umsetzung und heisst seither Gemeindereform 2000+. Das Projekt war auf rund zehn Jahre angelegt - bis auf Ende 2008.

Mit dem Planungsbericht über die Agglomerationspolitik und die Politik des ländlichen Raumes vom 26. Januar 2007 wurden neue Akzente in der Strukturreform des Kantons gesetzt. Lagen die Hauptakzente bisher auf Fusionen auf der Landschaft, sollte neu der gesamte Kanton strukurell gestärkt werden - auch durch Fusionen in der Agglomeration und der Region Sursee. Fusionen auf der Landschaft unterstütze der Kanton weiterhin.