Kennzahlen

Nach § 91 des Gemeindegesetzes werden die Finanzkennzahlen vom Regierungsrat in Zusammenarbeit mit dem Verband Luzerner Gemeinden (VLG) festgelegt und in die Verordnung über den Finanzhaushalt der Gemeinden aufgenommen. Dabei wird auf die Gegebenheiten, die Bedürfnisse und die Rahmenbedingungen möglichst aller Gemeinden Rücksicht genommen. Es soll eine gesunde Entwicklung des Finanzhaushalts der Gemeinden sichergestellt werden.

Bisherige Finanzkennzahlen

Die Finanzkennzahlen ergeben sich aus der Gemeindefinanzstatistik. Um aussagekräftige Zahlen zu erhalten, sind einheitliche Bemessungsgrössen festzulegen. Bereits heute haben die Gemeinden folgende Finanzkennzahlen auszuweisen:

a. der Selbstfinanzierungsgrad: Selbstfinanzierung in Prozenten der Nettoinvestitionen,

b. der Selbstfinanzierungsanteil: Selbstfinanzierung in Prozenten des konsolidierten laufenden Ertrages,

c. der Zinsbelastungsanteil: Nettozinsaufwand in Prozenten des konsolidierten laufenden Ertrages,

d. Kapitaldienstanteil: Kapitaldienst in Prozenten des konsolidierten laufenden Ertrages

Neue Finanzkennzahlen ab 2005

Mit In-Krafttreten der Verordnung über den Finanzhaushalt der Gemeinden am 1.1.2005 werden voraussichtlich folgende Kennzahlen hinzu kommen:

e. der Nettozinsaufwand in Prozenten der Steuereinnahmen: Passivzinsen abzüglich Nettovermögenserträge in Prozenten der Steuereinnahmen inklusive Ressourcenausgleich oder abzüglich horizontaler Finanzausgleich,

f. die Nettoschuld in Prozenten der Steuereinnahmen: Saldo zwischen Fremdkapital und Finanzvermögen in Prozenten der Steuereinnahmen inklusive Ressourcenausgleich oder abzüglich horizontaler Finanzausgleich.

g. die Nettoschuld pro Einwohner oder pro Einwohnerin: Saldo zwischen Fremdkapital und Finanzvermögen pro Einwohner/pro Einwohnerin.

Warum Kennzahlen?

Der Kanton hat ein Interesse an aussagekräftigen Kennzahlen. Kurt Stalder, Finanzverwalter des Kantons Luzern, weiss weshalb: "Würde eine Gemeinde zahlungs-unfähig, müsste letzlich der Kan-ton für sie einstehen. Hier möchte sich der Kanton absichern. Er will vorsorgen, dass solche Situation-en gar nicht erst entstehen."